Ausgleichsflächen

für die Landkreise Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen a.d.Ilm

Projektziele

  • Aufbau von Ökoflächen- und Maßnahmenpools mit geeigneter Organisationsform für die Naturräume der Landkreise Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen a.d.Ilm.
  • Aufbau der Strukturen und Prozesse für die ökologische Bewertung von Maßnahmen und Flächen nach Ökopunkten und Preisermittlung für Ökopunkte.
  • Planung  und Information über die Möglichkeit produktionsintegrierter Kompensationsmaßnahmen.
  • Aufbau der Vertriebs- und Vermarktungsstrategien für die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen als Dienstleister für private, kommunale und gewerbliche Vorhabenträger.
  • Prüfen der rechtlichen Voraussetzungen für die Umsetzung.
Ausgleichsflächen Neuburg/Schrobenhausen und Pfaffenhofen a.d. Ilm.

Arbeitsschritte Einrichtung Ökokonto

(nach Empfehlung des Bayerischen Gemeindetages & Bayerischen Städtetages)

1. Flächenauswahl

  •  Abschätzung des Ausgleichsbedarfs
  • Gesamtörtliches Ausgleichskonzept
  • Prüfung grundsätzlich geeigneter Flächen
  • Auswahl vorrangig geeigneter Flächen und Maßnahmen
  • Beratung durch die Naturschutzbehörden
  • Prüfung der Flächenbereitstellung

3. Durchführung vorgezogener Maßnahmen, PIK

  • Auswahl geeigneter Ausgleichsmaßnahmen
  • Erarbeitung von PIK Maßnahmenplänen, inkl. Monitoring
  • Durchführung vorgezogener Ausgleichsmaßnahmen

2. Sicherung der Flächen

  • Schaffung eines Flächenvorrats, Grunderwerb, Beteiligung Landwirte an PIK
  • Vertragsverhandlungen, langfristige Sicherstellung der Kompensationsmaßnahmen
  • Dokumentation

4. Abbuchung der Flächen und Maßnahmen

  • Ermittlung der Anrechenbarkeit der Ausgleichmaßnahmen
  • Ökologische Verzinsung

Bei der Flächenauswahl wird zunächst der Ausgleichsbedarf grob abgeschätzt. Anschließend wird ein gesamtörtliches Ausgleichskonzept entworfen, darin werden Aussagen über  geeignete Räume sowie über Ausgleichsmaßnahmen getroffen. Als ein solches Konzept kann beispielsweise der Landschaftsplan der Gemeinde dienen.

Wichtig ist auch, dass ein Eingriff in einem bestimmten Naturraum auch möglichst in diesem ausgeglichen wird.

Es folgt eine Beratung durch die Naturschutzbehörden, die die Eignung, Bewertung des Bestandes sowie des Aufwertungspotenzials nochmals bestimmen. Die Ausgleichsflächen können aus dem Eigentum der Gemeinde bereitgestellt, freihändig erworben werden oder durch Maßnahmen der Bodenordnung erworben werden.

Auch wenn ein gutes nachschutzfachliches Ausgleichskonzept vorliegt, nützt dieses allerdings nichts, wenn die Flächenverfügbarkeit stark eingeschränkt ist. Dabei spielen Faktoren wie Eigentümersituation, Verkaufsbereitschaft, Kosten oder Nutzungskonflikte (beispielsweise mit der Landwirtschaft) eine Rolle. Somit erfolgt eine Auswahl der Flächen zwar zunächst nach dem Ausgleichskonzept, wird jedoch dann stark von der Flächenverfügbarkeit beeinflusst. Hauptaugenmerk  muss daher auf der Information der Landwirtschaft und Grundeigentümer sowie in der Erarbeitung wirtschaftlich tragfähiger Konzepte zur Flächen- und Maßnahmenbereitstellung liegen.

Ausgleichsflächen Neuburg/Schrobenhausen und Pfaffenhofen a.d. Ilm.

Der zweite Schritt beinhaltet die Sicherung der Flächen. Zunächst wird ein Flächenvorrat geschaffen. Sobald die Verfügbarkeit der Kompensationsflächen gesichert ist, können diese in das Ökokonto übernommen werden. Eine langfristige Sicherung der Ausgleichsflächen muss mit geeigneten Instrumenten, z.B. Kauf, grundbuchrechtliche Eintragung oder Pachtverträge, gewährleistet werden. Anschließend ist es wichtig, den Ausgangszustand der Flächen zu dokumentieren. Dabei können Landschaftsplan, Biotopkartierung, Arten- und Biotopschutzprogramm sowie Struktur- oder Nutzungskartierungen eine Hilfe sein. Die langfristige Pflege der Flächen und Maßnahmen muss mit geeigneten Instrumenten sichergestellt werden. Hierzu können Verträge mit Landwirten, Maschinenringen und Landschaftspflegeverbänden abgeschlossen werden.

Die dritte Stufe ist die Durchführung vorgezogener Maßnahmen. Es müssen je nach Eignung der einzelnen Fläche geeignete Ausgleichsmaßnahmen ausgewählt werden.

Dabei sollte auch die Entwicklungsdauer der jeweiligen Maßnahmen beachtet werden.

Kurz- bis mittelfristig wirksame Ausgleichsmaßnahmen (Entwicklungsdauer unter 25 Jahren) lassen sich weniger pflege- und kostenintensiv erreichen als nur langfristig herstellbare Biotop- und Nutzungstypen (25-150 Jahre Entwicklungsdauer), die über entsprechend lange Zeiträume entwickelt und betreut werden müssen.

In der vierten Stufe erfolgt die Abbuchung der Flächen und Maßnahmen für Vorhaben im jeweiligen Wirkungsgebiet. Die Kompensationsflächen werden demnach vom Ökokonto abgebucht. Zunächst muss die Anrechenbarkeit der Ausgleichmaßnahmen bestimmt werden, dann kann auch die Zuordnung der Ausgleichsflächen und Ausgleichsmaßnahmen erfolgen.

Durchgeführte Kompensationsmaßnahmen entfalten erst nach einiger Zeit ihre volle Wirksamkeit und müssen sich erst entwickeln, um eine Aufwertung der Natur zu erreichen. Die Durchführung von Kompensationsmaßnahmen vor dem eigentlichen Eingriff hat folglich zwei Vorteile. So ist die Landschaft bereits aufgewertet, bevor sie durch einen Eingriff überhaupt beeinträchtigt wird. Des Weiteren hat bereits eine Entwicklung der Kompensationsfläche stattgefunden. Die Fläche hat also an Wert gewonnen, bevor der Eingriff selbst  erfolgt ist. Im Ökokontomodell kann daher eine Verzinsung durchgeführt werden, die dem Wertzuwachs Rechnung tragen soll. Diese Verzinsung führt zu einer Verringerung der erforderlichen Kompensationsfläche und entlastet damit wiederum Flächen für die landwirtschaftliche Produktion.

 

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