Produktionsintegrierte Kompensation (PIK)

Mit der Bayerischen Kompensationsverordnung (§9 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4) wurde ein Mittel geschaffen, um bei der Inanspruchnahme von land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen, die Kompensation des Eingriffes über Bewirtschaftungs- und Pflegemaßnahmen auszugleichen, die der dauerhaften Aufwertung des Naturhaushalts oder des Landschaftsbildes dienen.

Diese Maßnahmen werden als Produktionsintegrierte Kompensationsmaßnahmen (PIK) bezeichnet, wenn sie in die land- oder forstwirtschaftliche Produktion integriert sind und Natur und Landschaft dauerhaft aufwerten.

Generell lassen sich zwei Arten der Produktionsintegrierten Kompensationsmaßnahmen unterscheiden:

  1. Maßnahmen, die während der gesamten Dauer auf derselben Fläche durchgeführt werden (z.B. Entwicklung einer extensiven Wiese, Umstellung der Bewirtschaftung des Gesamtbetriebs oder einzelner Flächen auf ökologische Landwirtschaft).
  2. Maßnahmen, die jährlich oder im mehrjährigen Turnus wechselnd auf verschiedenen Flächen durchgeführt werden.
Beispiele für PIK auf wechselnden Flächen

Segetalartenschutz:

  • Maßnahmenumsetzung auf standörtlich dafür geeigneten Flächen (z.B. nährstoffarm, nass , trocken)
  • Maßnahme mindestens 10 Jahre auf einer Fläche, danach Flächenwechsel möglich; reduzierte Saatgutmenge der landwirtschaftlichen Kultur (max. 50-70% der regulären Saatgutmeng) z.B. durch weiten Reihenabstand (doppelt o. dreifach)

Ackerwildkrautstreifen/Brachestreifen:

Selbstbegrünung (Diasporenvorrat im Maßnahmensuchraum als Voraussetzung), Defizite sind mit autochthonem Saatgut zu ergänzen.

  • Mindestlänge 100m Mindestbreite 10m
  • Im Rahmen von Pflegemaßnahmen sollen je nach Zielart jeweils ca. 30% der Brachestreifen als Rückzugsmöglichkeiten für Vögel wie z.B. das Rebhuhn und Wirbellose bestehen bleiben
  • Maßnahme mindestens 2 Jahre auf einer Fläche, danach Flächenwechsel möglich

Allgemeine Mindestanforderungen:

  • Keine Düngung
  • Verzicht auf Kalkung
  • Keine Pflanzenschutzmittel
  • Verzicht auf Bodenbearbeitung einschließlich mechanischer Unkrautbekämpfung im Zeitraum 15.03. bis 01.07.
  • Verzicht auf Bewässerung

Aus Gründen des Artenschutzes können zusätzliche Maßnahmen sinnvoll sein:

  • Belassen von unbeernteten Streifen
  • Striegelverzicht im Frühjahr
  • Pflanzung von Gehölzen
  • Lerchen-/Kiebitzfenster
  • Rebhuhnstreifen
  • Anbau von Luzerne und Kleegras
  • etc.